Ratgeber Schlaunchboote

 

 

Schlauchboote haben sich längst vom einfachen Badespielzeug zu echten Allroundern auf dem Wasser entwickelt. Ob Angeln, Familienausflug, Tauchen oder Naturerkundung – kein anderes Boot bietet so viel Vielseitigkeit bei so geringem Aufwand. In diesem Ratgeber erklären wir dir als Neuling alles Wichtige: Vorteile, Qualitätsunterschiede, Bodentypen, Größenwahl und den Einstieg mit Elektromotor.


Die Vorteile eines Schlauchboots

Warum überhaupt ein Schlauchboot? Hier sind die überzeugendsten Argumente:

Platzsparend & transportabel
Zusammengerollt passen die meisten Modelle bequem in den Kofferraum. Kein Trailer, keine Garage, keine Sonderkosten.
Hohe Auftriebssicherheit
Mehrere separate Luftkammern sorgen dafür, dass das Boot auch bei einer Beschädigung nicht sofort sinkt.
Günstig im Vergleich
Ein qualitatives Schlauchboot kostet deutlich weniger als ein Festrumpfboot – bei erstaunlich ähnlicher Nutzbarkeit.
Einfache Handhabung
Aufpumpen, ausfahren, fertig. Für die meisten Binnengewässer ist kein Bootsführerschein nötig.
Vielseitig einsetzbar
Angeln, Freizeit, Tauchen, Wasserrettung – qualitativ hochwertige Schlauchboote meistern viele Einsatzgebiete.
Reparierbar
Kleine Schäden lassen sich mit einem einfachen Reparaturset vor Ort schnell und dauerhaft beheben.

Warum Billigboote von Aldi & Co. keine gute Wahl sind

Der Preis ist verlockend, das Ergebnis oft enttäuschend. Was beim Discounter als „Schlauchboot" verkauft wird, hat mit einem echten Wasserfahrzeug nur wenig gemein.

Wichtig zu wissen

Günstige Discounterboote sind als Badeartikel konzipiert – nicht als zugelassene Wasserfahrzeuge. Sie sind weder CE-zertifiziert noch für den Betrieb mit einem Motor ausgelegt.

Billigboot (Discounter)
  • Dünnes, nicht schweißnahtfestes PVC
  • Geklebte Nähte – brechen schnell auf
  • Kein stabiler Boden
  • Keine CE-Zulassung
  • Kein Heckspiegel für Motor
  • Keine Ersatzteile verfügbar
  • Hält meist nur eine Saison
Qualitätsboot (Allroundmarin / Kolibri)
  • Robustes PVC Decitex Strongan 1100 (dreilagig)
  • Heißluft-verschweißte Nähte – 3× stabiler
  • Wählbarer Alu- oder Hochdruckluftboden
  • CE-Konformität (EU-Richtlinie 2013/53/EU)
  • Stabiler PVC-beschichteter Heckspiegel
  • Ersatzteile & Reparaturzubehör verfügbar
  • Langlebig – viele Jahre Nutzungsdauer

Allroundmarin setzt seit über 25 Jahren auf das Heißluft-Schweißverfahren statt einfacher Klebeverbindungen – das macht die Nähte dreimal belastbarer. Das verwendete Material PVC Decitex Strongan 1100 gilt als Rohmaterial der höchsten Qualitätsstufe. Wer einmal mit einem solchen Boot auf dem Wasser war, versteht den Unterschied sofort.


Bodentypen – warum der Boden so wichtig ist

Der Boden eines Schlauchboots ist weit mehr als nur die Lauffläche. Er bestimmt Stabilität, Fahreigenschaften, Gewicht, Komfort und welcher Motorstärke das Boot sicher standhält. Deshalb unterscheiden Hersteller wie Allroundmarin klar nach Bodentypen.

Warum wird nach dem Boden unterschieden?

Ein weicher Folienboden biegt sich durch – das kostet Geschwindigkeit, Stabilität und Komfort beim Stehen. Ein steifer Boden (Holz, Hochdruck-Luft oder Alu) ermöglicht festen Stand, bessere Fahrdynamik und höhere zulässige Motorstärke.

Falt-Holzboden

Klassisch, leicht, günstig. Der Holzboden lässt sich zusammenklappen und ist schnell einsatzbereit. Ideal für ruhige Gewässer, Angeln und moderate Fahrten. Etwas weniger steif als Aluminium, aber leichter und einfacher zu handhaben. Standard bei den Allroundmarin Kiwi-Modellen.

Hochdruckluftboden (Air-Deck)

Wird auf hohen Druck aufgepumpt und wird dann steif wie ein Brett – ohne das Gewicht von Aluminium. Sehr schnell aufgebaut, extrem leicht (z.B. nur 4,5 kg beim Vario 320) und angenehm unter den Füßen. Ideale Wahl für alle, die Gewicht sparen und trotzdem stabiles Stehen möchten.

Aluminiumboden

Der steifste und stabilste Boden – unschlagbar für größere Motoren, Wellengang und anspruchsvolle Gewässer. Anti-Rutsch-Beschichtung auf dem Bugbrett für mehr Sicherheit. Etwas schwerer (z.B. 19,3 kg beim Vario 320), aber die beste Wahl für ernsthafte Motornutzung.

Lattenboden (Carbon / Holzlatten)

Leichte Latten aus Carbon oder Holz quer im Boot. Sehr kompakt und günstig, gut geeignet für kleine, langsame Boote (z.B. Scout 180). Weniger komfortabel beim Stehen, aber kaum Aufbauzeit. Sinnvoll als kompaktes „Kofferraumboot" für ruhige Angelausflüge.


Das richtige Boot nach Personenzahl und Zuladung

Die Personenangabe und die Ladefähigkeit sind entscheidende Kaufkriterien. Sie geben an, wie viel Gewicht ein Boot sicher tragen kann – inklusive Personen, Ausrüstung und Motor.

Wichtiger Hinweis

Die Herstellerangaben gehen von einer Durchschnittsperson mit ca. 75 kg aus. In der Praxis sollte man großzügig planen und die Ladefähigkeit nie vollständig ausschöpfen – Sicherheit geht vor.

Allroundmarin Modelle

Modell Länge Personen Zuladung Max. Motor Ideal für
Kiwi 249 249 cm 3 430 kg 6 PS Solo / Paar Angeln
Kiwi 280 280 cm 3,5 500 kg 10 PS Paar / Familie Angeln
Kiwi 300 298 cm 4 500 kg 10 PS Familie Freizeit
Kiwi 320 318 cm 4,5 600 kg 15 PS Familie Angeln
Vario 320 325 cm 4 750 kg 15 PS Familie Sport
Vario 360 356 cm 5 850 kg 20 PS Große Gruppe Sport
Poker Ultra 380 379 cm 6 820 kg 25 PS Großfamilie Urlaub
Poker Ultra 420 418 cm 7 1.000 kg 30 PS Gruppe Urlaub / Sport

Kolibri Modelle

Kolibri bietet drei Serien an: die kompakte Standard-Serie (KM), die professionelle Professional-Serie (KM-D) mit aufblasbarem V-Kiel und die breitere Explorer-Serie (KM-DXL) mit überbreitem Cockpit für maximale Ladekapazität.

Modell Länge Personen Zuladung Max. Motor Ideal für
KM-200 200 cm 2 250 kg 3 PS Solo-Angler
KM-245 245 cm 2 260 kg 5 PS AngelnPaar
KM-260 260 cm 2 265 kg 5 PS AngelnPaar
KM-280 280 cm 3 350 kg 8 PS AngelnPaar / Familie
KM-300 300 cm 4 400 kg 8 PS AngelnFreizeit
KM-330 330 cm 4 480 kg 12 PS AngelnFreizeit
KM-300D 300 cm 3 400 kg 10 PS Angeln
KM-330D 330 cm 4 ca. 500 kg 15 PS Angeln
KM-360D 360 cm 5 650 kg 20 PS Familie
KM-300DXL 300 cm 3 500 kg 15 PS AngelnFreizeit
KM-330DXL 330 cm 3 550 kg 15 PS Familie
KM-360DXL 360 cm 3 600 kg 20 PS FamilieMotor / Sport

Faustregel zur Größenwahl

  • Solo oder zu zweit mit viel Ausrüstung: ab 280 cm Länge einplanen
  • Familie mit Kindern: 300–360 cm sind ein guter Richtwert
  • Angeln mit viel Zubehör: Ladefähigkeit wichtiger als Personenzahl beachten
  • Motornutzung geplant: auf ausreichende Max.-PS und stabilen Boden achten

Schlauchboote mit Elektromotor

Elektromotoren werden für Schlauchboote immer beliebter – und das aus gutem Grund. Sie sind leise, emissionsfrei, wartungsarm und auf vielen Gewässern erlaubt, wo Benzinmotoren verboten sind.

Warum Elektromotor und Schlauchboot so gut zusammenpassen

  • Auf vielen Binnenseen (Bayern, Österreich, Schweiz) ist nur Elektroantrieb erlaubt
  • Kein Lärm – ideal fürs Angeln und Naturbeobachtung
  • Kein Benzin schleppen, keine Abgase, kein Geruch
  • Geringere Betriebskosten gegenüber Benzinmotor
  • Einfache Handhabung: einstecken, einschalten, fahren

Worauf du bei der Kombination achten solltest

Heckspiegel
Das Boot braucht einen stabilen, PVC-beschichteten Heckspiegel. Bei Qualitätsbooten ist das Standard – Billigboote haben das nicht.
Schubkraft (lbs)
Faustregel: ca. 2 lbs Schub pro 100 kg Gesamtgewicht. Für ca. 350 kg Gesamtlast empfiehlt sich mindestens 55 lbs.
Akku / Batterie
Lithium-Akkus sind leichter und langlebiger, Blei-Gel-Batterien günstiger. Die Kapazität in Ah bestimmt die Reichweite.
Boden wählen
Mit E-Motor empfiehlt sich mindestens ein Hochdruckluftboden, besser ein Aluminiumboden – für stabilen Stand beim Bedienen des Motors.

Grundsätzlich lassen sich alle Schlauchboote mit stabilem Heckspiegel mit einem Elektromotor ausrüsten. Besonders geeignet sind Modelle ab 249 cm Länge mit Alu- oder Hochdruckluftboden. Die Allroundmarin Kiwi- und Scout-Serien sowie die Vario-Modelle sind bewährte Kombinationen mit Elektroantrieb.

Du hast noch Fragen zur Modellwahl oder brauchst eine persönliche Empfehlung? Unser Team hilft dir gerne dabei, das richtige Boot für deinen Einsatz zu finden.

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